Entdecken Sie die märchenhafte Landschaft des Weserberglands
..auf den Spuren der Brüder Grimm
Die Märchenstraße
1970, bei der die Gemeinden Deisel, Eberschütz, Friedrichsfeld, Gottsbüren, Langenthal, Sielen und Stammen mit Trendelburg zu einer Einheit verschmolzen wurden, entstand die heutige Gemeinde im Schatten des Reinhardswaldes. Dieser auch als Märchenwald bekannte Naturpark ist nicht nur grüne Lunge Trendelburgs, sondern auch ein Paradies für Wanderer und insbesondere für Radfahrer, die sich von Wülmersen im Norden von Trendelburg auf die Pfade von Rapunzel und Trendula begeben können.
Das Grab der Riesin Trendula
Entlang dieser Route befindet sich zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld ein 470 Meter hoch gelegener, 45 Meter tiefer Trichter, der eine geologische Besonderheit darstellt. Er gilt einer Legende nach als das wassergrüne Grab der Riesin Trendula, der Namensgeberin der Burgstadt. Dieser „Nasse Wolkenbruch“, dem sich einige 100 Meter weiter ein „Trockener Wolkenbruch“ anschließt, steht heute unter Naturschutz.
Von Wolkenbrüchen gesprochen…
Es ist kaum vorstellbar, dass die Diemel, die friedlich das gleichnamige Tal bei Trendelburg durchfließt, bei einem Hochwasser 1965 eine solche Urgewalt entwickelte und die Brücke wegspülte, die heute Radwanderern den Blick ins Tal freigibt, wenn sie die Schönheiten des Diemeltals entdecken wollen.
Urtiere im Reinhardswald
Nur wenige Kilometer von der Trendelburg entfernt, liegt zu Füßen einer weiteren Burg der Tierpark Sababurg (www.sababurg.de), der mit seinen seltenen Tieren und einem Jagdmuseum in die Geheimnisse des Reinhardswalds einführt. Im Torhaus der Sababurg sollen die Brüder Grimm ,,Dornröschen“ geschrieben haben. Auch die Geschichte des Tierparks beginnt wie ein Märchen: Es war einmal ein guter Landgraf, der wegen seiner wissenschaftlichen Bildung der „Gelehrte auf dem Fürstenthron“ genannt wurde und 1571 einen Tierpark anlegen ließ. Wie in einer Arche Noah versammelte Landgraf Wilhelm IV. hier europäische Großtiere, die in der Region früher einmal heimisch waren. Deshalb weiden unter drei Jahrhunderte alten Eichen stattliche Herden von Urwildpferden, Wildrinder und Wildziegen, seltene Greifvögel, Hirsche und Wildschweine. Im Forst- und Jagdmuseum des Parks meint man die Parforcehörner der landgräflichen Jagdgesellschaft zu hören, die im Reinhardswald auf Hirsch- und Sauhatz zog. Nur einen halbstündigen Spaziergang vom Park entfernt, gelangen Wanderer in einen richtigen Urwald aus Eichen und Buchen aus dem 14. Jahrhundert.
Ausflug in die Welt der Kunst
Wer sich in tiefen Wäldern fürchtet und lieber historische Städte vorzieht, der kann von der Trendelburg aus einem Abstecher nach Kassel in die Welt der Kunst unternehmen. Im dreiflügeligen Prunkbau Schloss Wilhelmshöhe sind in der Gemäldegalerie die Werke alter Meister zu bewundern. Wer Glück hat, der besucht die ,,documenta“, die alle fünf Jahre im klassizistischen Fridericianum zu Hause ist.
Wer noch nie einen Herkules bestiegen hat, der geht über die Prachtstraße Wilhelmshöher Allee direkt auf den neun Meter hohen Herkules zu, der auf einer kupfernen Pyramide thront.
Radeln entlang der Diemel
Der 110 Kilometer lange Diemelradweg erstreckt sich von der Quelle des Flusses bei Willingen im Sauerland bis hin zur Mündung in die Weser bei Bad Karlshafen. Auf der Höhe von Trendelburg folgt der Radwanderweg, teilweise von Bäumen gesäumt, der Strecke der alten Carlsbahn, die einst als Nebenstrecke der Friedrich Wilhelm Nordbahn bis Bad Karlshafen führte. Ungefähr auf halbem Wege wurde von 1921 bis 1924 das Laufwasserkraftwerk Wülmersen erbaut, das von 1985 und 1987 modernisiert und zu einem Live-Museum ausgebaut wurde. Dort erhält man einen faszinierenden Einblick in umweltfreundliche Elektrizitätserzeugung. Stromschnellen zeugen von einer relativ hohen Fließgeschwindigkeit unterhalb der Trendelburg. Vom hohen Bergfried kann man sehen, an welchen Stellen man sich auch als ungeübter Kanufahrer aufs Wasser wagen kann und wo man lieber geübten Kanuten die Paddel in die Hand gibt. Ebenfalls laden Tennisplätze, ein Freibad und eine Therme zu sportlicher Betätigung ein.
Erleben Sie die Region hoch zu Roß
Als aktive Gemeinde hat Trendelburg nicht nur Wassersport auf dem Programm stehen: auch Pferdesport wird hier groß geschrieben. Ausgedehnte Felder und Wiesen laden geradezu zu einem Ausritt zu Pferde ein. Unbefestigte Pfade führen im Morgennebel hinauf auf einen Hügel, bevor die Morgensonne die Sicht auf die Trendelburg freigibt.
Pferde, Schafe und Ziegen trifft man auch heute noch auf den Wiesen und Hügeln zwischen den einzelnen Ortschaften an. Land- und Forstwirtschaft bildete seit dem Mittelalter die Basis des wirtschaftlichen Lebens.
Die Kunst des Orgelbaus
Aus der Holzverarbeitung heraus entwickelte sich in der Barockzeit die Kunst des Orgelbaus, die unter anderem die Orgel der ehemaligen Wallfahrtskirche im Trendelburger Ortsteil Gottsbüren aus dem 14. Jahrhundert hervorbrachte. Dieses Instrument ist typisch für die Arbeitsweise des Orgelbaus, wie er hier Tradition hat. In diesem Jahr wird die 1775 gebaute Heeren-Euler-Orgel am 27. November nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wieder eingeweiht. Damit ist der Weg frei für eine Fortsetzung der Gottsbürener Orgelkonzerte auf diesem klangvollen Instrument. Die Orgelklänge in der späten Herbstzeit kündigen die behagliche Vorweihnachtszeit an, die Zeit, in der die Weihnachtsmärkte die Besucher anziehen. In Trendelburg wird dies in diesem Jahr am 27. und 28. November der Fall sein.





